Abbildung eines brauen Kaninchens mit Sonnenbrille
 
  
 

Kaninchenapotheke - nützliche Informationen und Tipps gegen Kaninchenkrankheiten

»Kaum ein Kaninchenfreund kann heute ohne spezielle Medizin für seine Lieben auskommen. Und doch gibt es gerade bei
Mutter Natur viele gute Hausmittel, die sich schon oft bewährt haben. Sollten jedoch sehr eindeutige Beschwerden
auftreten, empfehle ich in diesem Fall einen Tierarzt aufzusuchen
.« (Martina Clemens)


RHD - Chinaseuche (Quellennachweis: Wikipedia)

Die Chinaseuche, auch RHD (rabbit haemorrhagic disease), ist eine hämorrhagische Viruserkrankung, die nur Kaninchen befällt. Empfänglich sind alle Kaninchenrassen beiderlei Geschlechts. Jungtiere bis zu einem Monat erkranken nicht, können aber den Erreger vermehren. Der Großteil der erkrankten Tiere ist älter als 3 Monate. Die Sterberate liegt je nach Virusstamm bei 5 bis 100 Prozent, wobei die derzeit zu beobachtenden Erkrankungen nahezu ausschließlich tödlich verlaufen.

Der Krankheitserreger ist ein Calicivirus mit ikosaedrischer (= Zwanzigflächige) Hüllenform und einem Durchmesser von etwa 40 Nanometer. Es ist im Blut, im Knochenmark, in allen Organen und in sämtlichen Ausscheidungen nachweisbar. Somit kann die Infektion über direkten Kontakt und auch indirekt über Stechinsekten und Fliegen erfolgen. Auch eine indirekte Übertragung über mit dem Virus behafteten Gegenständen (Futter, Kleidung, Käfiginventar) ist möglich. Das Virus bleibt in der Umwelt bei Zimmertemperatur über drei Monate ansteckend, bei niedrigen Umgebungstemperaturen siebeneinhalb Monate. Reinigen Sie bei Neubesatz den Käfig gründlich.

Verlauf der Krankheit Ein wesentliches Merkmal der Erkrankung ist eine hochgradige Störung der Blutgerinnung, die zu punktförmigen Blutungen (Petechien) in allen Geweben führt. Daneben tritt eine Leberentzündung mit Gewebsuntergang sowie Fibrosen und Verkalkungen der Leberzellen auf. Ein weiteres Anzeichen für die Krankheit kann apathisches Verhalten sein, das innerhalb kürzester Zeit nach der Infektion auftritt.

Die Inkubationszeit liegt bei 1 bis 3 Tagen. Danach tritt ein akuter bis perakuter Verlauf (= sehr schnell verlaufender Krankheitsverlauf) ein, der im Allgemeinen innerhalb von 12 bis 48 Stunden zum Tod des Tieres führt. Typisch für den klinischen Verlauf sind neben den petechialen (= punktuellen) Blutungen zentralnervöse Symptome, die sich vor allem in Krämpfen äußern. Im Endstadium ist ein Überstrecken des Kopfes zum Rücken hin recht typisch.

Die Bekämpfung der Krankheit geschieht am effektivsten durch eine jährlich zu wiederholende Impfung. Daneben haben sich seuchenhygienische Maßnahmen wie Quarantänisierung und Verbot von Kaninchenausstellungen in betroffenen Gebieten als sinnvoll erwiesen.

Myxomatose

Bei der Myxomatose handelt es sich um eine aus Südamerika stammende sehr ansteckende und für Kaninchen tödliche Viruserkrankung.
Dieser Virus wird meist durch stechende Rheinschnaken (Stechmückenart), die vorzugweise in hohen Populationen an hochwassereichen
Gebieten leben wie Donau, Elbe, Rhein usw. verbreitet. Die Krankheitssymtome sind leicht- bis sehr geschwollene Augenlieder, ein
geschwollener Genitalbereich sowie heiße- und geschwollenne Ohren. Bei einem geübten Blick sind die Einstichstellen gut zu erkennen.
Eine Verbreitung des Virus ist durch beschnuppern anderer Tiere, durch Schleimhautkontakte und Kontamination des Futters möglich.
Schützen kann man sich nur durch eine frühzeite Impfung. Diese sollte nach einem Neukauf innerhalb der 14-tägigen Quarantänezeit erfolgen.
Bitte bedenken Sie auch, dass es bei Tieren mit einem schwachen Imunsystem, nach der Impfung zum Ausbruch der Krankheit kommen kann
(Impfung durch Lebendimpfstoff).

Kaninchenschnupfen

Der Kaninchenschnupfen ist so ziemlich das schlimmste was einem Züchter passieren kann. Genau wie bei Menschen, kann sich der
Schnupfen sehr schnell ausbreiten und somit den gesamten Bestand gefährden. Wird er frühzeitig endeckt, z.B. durch ständiges Niesen oder einem wässrigen Nasenausfluss, kann man das - in Quarantäne befindliche Tier - mit einem Antibiotika behandeln. Wenn sich jedoch der
Allgemeinzustand weiterhin verschlechtert, sollte man das Tier nicht unötig leiden lassen. Eine Heilung ist im fortgeschrittenen Stadium nicht
mehr möglich.

Muttermilch

Für werdene Kaninchen-Mama's ist es gut wenn man ihnen Steckrüben gibt. Durch die Gabe der Steckrüben können Häsinnen vermehrt
Muttermilch produzieren. Diese Rübenart läßt sich einfach zuhause ziehen oder kann auch mal beim Bauer um die Ecke erworben werden.

Abzess bei Kaninchen

Sollte sich einmal bei einem Kaninchen ein Abzess bilden, hat sich die Verwendung von Babypuder bewährt. Sollte es sich um einen eitrigen Abzess handeln, sollte der Eiter zuerst entfernt werden. Tragen Sie anschließend den Puder einmal am Tag auf. Führen Sie die Behandlung
solange durch, bis sich kein Eiter mehr bildet.

Milbenbehandlung bei Kaninchen

Wenn sich ein Kaninchen Milben zugezogen hat, hat sich ein Insektenspray (z.B. Paral) bewährt. Unbedingt darauf achten, dass das Spray nicht mit Schleimhäuten bzw. mit den Augen in Berührung kommt.

Entzündete Augen bei Kaninchen

Bei leicht entzündeten Augen, helfen die Augentropfen Bebirelli. Diese sind in fast jeder Apotheke zu bekommen. Sollte eine Besserung
nicht innerhalb von 3 Tagen eintreten, so würde ich dem Tier bei Tierarzt Antibiotika verschreiben lassen.

Behandlung von Schürf- und Bisswunden bei Kaninchen

Bei Schürf- und Bißwunden hat sich die Blattsalbe (Apotheke) sehr bewährt. Täglich 1-2 mal dick aufgetragen, trägt sie zu einer raschen
Genesung bei.

Blähbauch bei Kaninchen - was wirkt!

Bei Blähbauch, hat sich das verabreichen von Weidenkätzchen bei mir ganz gut bewährt. Spätestens am 2. Tag hat das Kaninchen keine
Beschwerden mehr.

Wurmbefall bei Kaninchen

Bei Wurmbefall hat sich bei mir folgendes bewährt. Ich gebe meinen Tieren bei Wurmbefall solange nur Karotten zu fressen, bis der Stuhl eine orangefarbene Konsistenz bekommt. Danach sind die Kaninchen wieder kerngesund.

Durchfall bei Kaninchen lindern/stoppen

Bei Durchfall hilft es, einmal einen Diättag einzulegen. Am besten geben Sie den Tieren nur Heu, etwas Petersilie und frisches Wasser. Die Gabe von Kamillentee hat sich ebenfalls bei Blähungen und Durchfall bewährt.

Brennnessel - die Vielseitige

Die Brennnessel- unbeliebt beim Gärtner, aber eine äußerst wertvolle Heilpflanze! Sie enthält viel Mineralstoffe, vermehrt die Milch der Häsinnen, hilft beim Knochenaufbau der Jungtiere, wirkt blutreinigend, blutbildend, entgiftend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd. Sie wird getrocknet verfüttert (dazu werden die Pflanzen vor der Blüte geschnitten) und ist sehr beliebt bei Kaninchen. Da sie auch eine
ausgezeichnete Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen ist, sollte ihr in jedem Garten eine Ecke zugestanden werden.

Birkenzweige - stofffwechselanregend und entgiftend

Frische Zweige werden von den Kaninchen gerne geknabbert. Sie wirken harntreibend, stoffwechselanregend, entwässernd,
entgiftend, nierenanregend und hautreinigend. Eine Nierenreizung ist bei Birke auch bei einer Langzeitanwendung nicht zu befürchten, anders
als bei Wacholder, Liebstöckel oder Brunnenkresse.

Vitaminpower für meine Kaninchen

Fichte und Rottanne: Im Winter bringe ich meinen Kaninchen manchmal frische Tannenzweige. Meist werden sie gerne gefressen, es hat aber
einzelne Langohren gegeben, die nicht ganz verstanden haben, was sie mit dem stachligen Zeug anfangen sollen. Die Tannenzweigfresser tun
sich damit aber viel Gutes, enthalten doch die Zweige viel Vitamin C, Provitamin A und ätherische Öle mit entzündungshemmender,
schleimlösender, keimtötender und stärkender Wirkung.

Himbeere - gut für werdene Kaninchenmamas

Trächtigen Häsinnen erhalten bei mir täglich einige Himbeerblätter. Diese stärken die Gebärmutter und sorgen für eine gute Schwangerschaft und Geburt. Sie wirken auch fruchtbarkeitssteigernd. Dazu reicht man sie einige Wochen vor dem Decken. Auch kurz nach der Geburt können nochmals eine Handvoll Blätter zur Stärkunggereicht werden.

Stressreduzierung durch Johanniskraut

Die moderne Medizinforschung bestätigt sensationelle Heilwirkungen des Johanniskrauts: Es wirkt gegen Depressionen und ist dabei mindestens so wirksam wie chemische Mittel und das ohne Nebenwirkungen! Neueste Forschungen zeigen weiter eine ausgezeichnete Wirkung gegen Bakterien vor allem gegen den gefürchteten Staphylococcus aureus, der gegen Antibiotika oft resistent ist! Ich habe das Kraut
noch nie direkt verfüttert, sondern mache Johannisöl. Dazu legt man frisches, blühendes Kraut kleingeschnitten in Olivenöl ein und stellt es für 2 bis 3 Wochen an die Sonne. Das Öl nimmt eine dunkelrote Färbung an. Es wird filtriert und ist ca. ein Jahr haltbar. Verwendet wird es bei
Wunden, auch bei wunden Läufen (konnte ich noch nie selbst ausprobieren); es wirkt desinfizierend, schmerzstillend, wundheilend und
gewebebildend. Als Tee, bzw. wenn das Kraut verfüttert wird, wirkt es bei Nervosität, Depressionen, nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung,
Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Warum Johanniskraut nicht einmal vor und nach einer Ausstellung geben, um den Stress der Tiere etwas zu
mindern!

Löwenzahn - der gesunde Alleskönner

Löwenzahn: Bei den Kaninchen überaus beliebt und ebenso gesund! Er regt das ganze Drüsensystem an, wirkt blutreinigend, stoffwechselanregend, harntreibend, appetitanregend, magenstärkend, verdauungsfördernd, leberstärkend und er vermehrt die Milchproduktion der Muttertiere. Es ist das erste Frischfutter, das ich Jungtieren reiche und auch im Frühjahr erhalten alle Kaninchen Löwenzahn als Auftakt zur Grünfutter-Saison. Bei Kaninchen mit Verdauungsproblemen ist Löwenzahn oft der Lebensretter! Meine Tiere sind ganz verrückt darauf.

Minze - nichts für Muttertiere

Die beliebte Teepflanze wirkt anregend, stärkend, erfrischend, kühlend, blähungswidrig und appetitanregend. Ich verfüttere sie im
Sommer an heißen Tagen. Sie verringert den Milchfluss, sollte also Muttertieren nicht gegeben werden.

Tymian - erste Hilfe bei Erkältungen

Thymian wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, stärkend, desinfizierend und verdauungsfördernd. Thymian hilft bei Erkrankungen
der Atemorgane wie Schnupfen, Erkältungen, Bronchitis. Er hat eine natürliche Antibiotikum-Wirkung, stärkt aber gleichzeitig das Immunsystem - im Gegensatz zu den echten Antibiotika, die durch die Zerstörung der Darmflora immunschwächend wirken. Im Winter gebe ich meinen Kaninchen statt Wasser verdünnten Thymiantee, den sie über alles lieben.

Bei Appetittlosigkeit - Wermut und Beifuss helfen

Eine Bitterstoffpflanze mit appetitanregender, verdauungsfördernder, blähungswidriger und krampflösender Wirkung. Gleiche Wirkung hat auch Beifuss, ein naher Verwandter des Wermuts. Ich gebe Wermut (oder Beifuss) bei Kaninchen, die sich nicht so freudig aufs Fressen stürzen wie gewohnt, als erstes Grünfutter bei Jungtieren (zusammen mit Löwenzahn) und bei Würmern.

Winde / Zaunwinde - gegen Verdauungsprobleme

Der Schrecken aller Gärtner - aber nur so lange bis er entdeckt, dass dieses so wüchsige Unkraut äußerst beliebt ist bei den Kaninchen. Ich verfüttere sie regelmäßig. Bei Kaninchen, die durch immer kleinere Kotballen eine Verlangsamung der Verdauung und der
Darmbewegung anzeigen, gebe ich täglich Winden bis zur Normalgröße der Kotballen. Diese sind ein wertvoller Zeiger der Verdauungstätigkeit
und sollten bei jedem Ausmisten kurz begutachtet werden. So lassen sich nämlich Verdauungsprobleme sehr früh erkennen und behandeln!

Topinambur - das Ganzjahrsgrünfutter

Als Kaninchenfutter dürfte Topinambur jedem, der Kaninchen hat, bekannt sein. Topinambur, ist ein großer Leckerbissen für
unsere Kaninchen. Auch stellt die Pflanze eine Dauerfutterbasis sicher. Man kann sowohl die Blätter als auch die Knolle verfüttern.
Topinamburknollen verfügen über etwa 80 % Wasseranteil und 20 % Trockensubstanz. Bei der Blatt - und Stengelmasse liegt das Verhältnis
dagegen bei annähernd 70 zu 30. Diese Futterpflanze liefert jedes Jahr neues Grünfutter und Eignet sich auch sehr gut als Windschutz.

Bindehautentzündung bei Kaninchen

Bei Bindehautentzündung hilft die Bepanthen Augen- und Nasensalbe aus der Apotheke.
Diese Salbe wirkt sehr gut, bei Mensch und Tier. Auch eine normale Wund-und Heilsalbe oder Bachblüten Rescue-Creme hilft schnell bei kleineren Hautwunden.

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Diese Tipps sind aus einer jahrelanger Erfahrung heraus entstanden und besitzen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch
kann keine Verantwortung für eine Heilung oder Besserung übernommen werden. Dieses Informationsblatt wird von mir ständig
aktualisiert.