Kaninchenzucht Martina Clemens

Hobbyzucht von NHD-Zwergwidder Kaninchen

Logo von Kaninchenzucht Martina Clemens aus Dormagen

Haltung von Kaninchen


In allen Gesprächen mit Kaninchenliebhaber taucht die Frage nach der optimalen Haltung von Kaninchen auf. Grund genug, auf dieses spannende Thema hier gründlich einzugehen. Folgende Punkte werden beschrieben:

Kaninchenställe für den Innenbereich

Abbildung Kaninchenstall für den Innenbereich
Stall der Firma Ferplast
Link: www.ferplast.com Externes Link-Symbol

Was den idealen Kaninchenstall angeht, fällt mir die Antwort leicht. Nämlich: so groß wie nur möglich, besonders dann, wenn man zwei Kaninchen halten möchte. Die ideale Größe von Kaninchenställen liegt zwischen 1,20m und 1,40m. Jeder Kaninchenstall sollte dem Kaninchen einen Rückzugsort bieten und die Möglichkeit geben, sich ausreichend zu bewegen, beziehungsweise, sich zu strecken. Er sollte einen stabilen Eindruck hinterlassen und sicher stehen. Denn nichts wäre schlimmer, wenn die beiden Kaninchen einmal nachlaufen spielen, dass der Stall sich „in Bewegung“ setzt oder gar von einem Schrank fällt.

Was den Rückzugsort angeht, reicht bei der Haltung in der Wohnung ein Häuschen aus, wo sich die Kaninchen ausreichend lang machen können. Das Häuschen sollte man aber vorzugsweise nur in den Abendstunden reintun, damit sich die Tiere an die Menschen in seinem Umfeld gewöhnen kann. Was den Stallboden angeht, sollte man aus hygienischen Gründen nur sogenanntes Kleintier-Einstreu (naturbelassene feine Holzspäne) verwenden. Auf gar keinen Fall: Katzenstreu, Pellets oder gar grobe Holzspäne. Das Katzenstreu hat nämlich die Eigenschaft, bei Aufnahme durch das Tier zu verklumpen und so nicht verdaut werden kann (Achtung Lebensgefahr!). Näher möchte ich nicht darauf eingehen. Das überlasse ich eurer Vorstellungskraft. Die Pellets sind zu hart und drücken unnötigerweise unter den Kaninchenpfoten.

Kaninchenställe für den Außenbereich

Was für die Ställe im Innbereich gilt, gilt auch für den Außenbereich. Er sollte stabil sein und den Kaninchen eine ausreichend große Auslauffläche bieten. Achtet auch hier darauf, dass die Gitterstäbe keinen zu großen Abstand haben und aus METALL sind. Auch bei Kaninchenställe für den Außenbereich sollte ihr für einen geeigneten Boden sorgen, da sonst das Kaninchen seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht und buddelt. Bei meinen Auslaufgehegen habe mich für den Bodenschutz für die Varianten: Waschbetonplatten, für eine Klickvariante von Holzbrettchen – von Ikea –, oder ein stabiles Drahtgeflecht, welches ins Erdreich gedrückt wird, entschieden.

Folgende Hersteller von Kaninchenställe kann ich uneingeschränkt empfehlen:

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Kaninchenstall von Kirschstein. Preis: ca. 555€

Checkliste - Augen auf beim Käfigkauf

Achtet bitte auf:

  • Eine genügend große Grundfläche und Höhe, also mindestens 120 x 80 x 80cm, lieber mehr
  • Eine stabile Konstruktion
  • Bei Gitterkäfigen: Gitter sollten unbeschichtet und nicht mit Plastik ummantelt sein sowie dick genug sein
  • Eine Holzkonstruktion muss stabil genug und unbehandelt sein, Holzspanplatten reichen nicht aus
  • Bunte Farben und Verzierungen sollten tabu sein

Spielzeug für Tiere

Verbotsschild für Spielzeug für Tiere
Kein
Spielzeug
für Tiere

Davon rate ich generell ab. Jedenfalls dann, wenn es sich um „Stoff-Kuscheltiere“ oder andere, nicht natürliche Dinge geht. Denn die Gefahr, dass aus Versehen Kleinteile oder unverdauliche Stofffetzen verschluckt werden, ist einfach zu groß.

Alternativ empfehle ich Astwerk, wie zum Beispiel das von der Kirsche oder Apfelbäumen. Allerdings dürfen die Äste vorher nicht gespritzt worden sein. Besser ist eine Buddel-Kiste mit Sand, diese erfreut die Kaninchen besonders, genauso wie eine Papp-Röhre, wo etwas Leckeres daran befestigt ist. Oder Dinge, worauf man klettern kann. All diese Dinge können in jedem gut sortierten Tierhandel bezogen werden.

Wohnungshaltung von Kaninchen

Selbstverständlich sollte man sein Kaninchen aber nicht den ganzen Tag im Stall lassen, sondern sie für ca. eine Stunde einmal in der Wohnung herumhoppeln lassen.

Die Wohnung aus Kaninchensicht

Da sollte beachtet werden: Das herumhoppeln der Tiere auf dem Boden bedeutet für die Kaninchen erst einmal eine willkommene Abwechslung aber gleichzeitig auch eine Gefahr. Da sind zum einem andere Haustiere wie Katzen oder Hunde, auf der anderen Seite stellen alle möglichen elektrischen Leitungen und Geräte eine tödliche Gefahr für die Tiere dar. Auch sollte man jederzeit damit rechnen, dass sich Kaninchen - wenn sie sich erschrecken -, sich sofort hinter Schränke oder einem Sofa verstecken. Unter Umständen dürfte es dann sehr schwer sein, die Tiere wieder hervor zu locken. Ihr seid gut beraten, euch das Umfeld vorher einmal aus der „Kaninchen-Perspektive“ anzuschauen. Ihr werdet bestimmt überrascht sein.

Zähne contra Tischbein und Tapete

Was hier auch noch erwähnt werden sollte: Kaninchen nagen und knabbern gerne. Also, wer sich in dem Raum teure Möbel stehen hat oder eine schicke Tapete an der Wand, sollte damit rechnen, dass das nicht immer so bleibt. Tisch- und Stuhlbeine sind früher oder später Opfer von Kaninchenzähnen Deshalb kann man diese Dinge gut in Höhe des Tieres mit eine stabilen Folie umwickeln. Da Rammler schon mal gerne ihr Revier markieren, sollte der gute Berber-Teppich nicht zum Besten gehören. Tapete lässt sich am besten mit einer 30cm hohen Plexiglas-Verkleidung oder einer stabilen Folie schützen. Wie ihr seht, sollte man in der „Spielstunde“ auf keinen Fall seine Tiere ohne Beaufsichtigung lassen!

Der ideale Standort für den Kaninchenstall:

  • Stellt den Stall unbedingt auf eine Anhöhe beziehungsweise einen Schrank, denn die natürlichen Feinde der Kaninchen bewegen sich normalerweise in Tierhöhe (Katzen und Hunde). Auf einer Anrichte genießen die Kaninchen eine bessere „Rundumsicht und fühlen sich sicherer
  • Zugluft und einen Platz direkt in Heizkörpernähe, solltet ihr vermeiden
  • Der ideale Platz für den Stall befindet sich im Halbschatten und nie direkt am Fenster (wegen der Sonneneinstrahlung)

Außenhaltung von Kaninchen

Verbotsschild für Spielzeug für Tiere
Hier fühlen sich Kaninchen wohl

Auch hier sollten die Tipps vom Käfigkauf Anwendung finden. Sorgt für einen ausreichend großen Auslauf und eine geeignete Rückzugsmöglichkeit. Was den Käfiguntergrund angeht, bevorzugen Kaninchen natürlich einen Rasen. Leider wirst Du an diesem nicht viel Freude haben, dass das Gras zur Lieblingsspeise von Kaninchen gehört. Die ideale Lösung gibt es nicht(!). Bei mir in der Zucht verwende in den kleineren Boxen eine Stroheinlage. Der Vorteil für die Tiere liegt darin, dass sie buddeln können, ihre Kaninchen-Babys sicher verstecken können und ich den Käfig recht flott reinigen kann.

Drei meiner großen Ausläufe stehen bei mir auf Waschbetonplatten und dienen einer großen Hasenfamilie als geeignete Behausung. Hier können die Kaninchen ausreichen ihre sozialen Kontakte pflegen. Die Platten lassen sich ebenfalls gut reinigen. Damit sich die Tiere nicht langweilen, findet öfters ein Umzug statt. So haben sie immer was zum schnüffeln.

Der Käfig sollte immer im Schatten stehen und die Tiere vor Regen und Sturm schützen. Die Kaninchen fühlen sich draußen am wohlsten. Immer Sommer liegen sie gerne auf kühlen Steinplatten und im Winter gerne auf Stroh. Habt ihr schon gewusst, dass die Kaninchen ruhig bei bis zu -30 Grad draußen leben können? Doch! Und zwar ohne Probleme. Durch ihr dichtes Fell haben sie es kuschelig warm. Nur das täglich frische Trinkwasser bitte nicht vergessen.

Was ihr nicht tun solltet, ist das auskleiden der Rückzugsmöglichkeit mit Styropor oder ähnlichen wäremedämmenden Materialien; Grund: weil sich hier gerne andere Bewohner, wie zum Beispiel Mäuse, gerne einnisten.

Ihr habt noch Fragen? Dann freue ich mich auf euren Anruf oder eine E-Mail. Interner Linkverweis Kontakt

Linktipp: Vielleicht interessiert dich auch dieses Thema: Interner Linkverweis Sprache von Kaninchen (Wenn Kaninchen etwas zu sagen haben)