Kaninchenzucht Martina Clemens

Hobbyzucht von NHD-Zwergwidder Kaninchen

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Kaninchen-Ernährung


Die optimale Kaninchen-Ernährung spielt gerade in der Zucht eine sehr wichtige Rolle. Kein Kaninchenbesitzer möchte sich hier einen Fehler leisten. Schließlich geht es sich um Lebewesen und letztendlich, viel Geld für Futter und  Tierarztkosten. Hier möchte ich aber nun über die Möglichkeiten zur Fütterung sprechen. Euch Hilfestellung zu Pellet, Heu, Stroh und anderen Futtermittel geben. Solltet ihr Fragen zu dem wichtigen Thema haben, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Internes Link-Symbol Kontakt

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für ein möglichst langes und gesundes Kaninchenleben!

Dabei muss beachtet werden, dass Kaninchen ein höchst anfälliges Verdauungssystem besitzen. Der Magen, sowie auch der Darm, besitzen nur eine gering entwickelte Muskulatur! Man nennt den Kaninchendarm deshalb auch „Stopfdarm“. Das heißt, der Speisebrei wird nur durch nachkommende Nahrung weiter geleitet. Deshalb muss dem Kaninchen immer ausreichend Nahrung zur Verfügung stehen – es darf auf keinen Fall ausgenüchtert werden!

Die gesündeste Ernährung für unsere Kaninchen ist ohne „Wenn und Aber“ im Sommer die Grünfütterung. Auf Wiesen wächst alles, was unsere Kaninchen brauchen; nämlich Kräuter und Gräser! Da die Pflanzen im Frühjahr sehr eiweißreich sind (Gefahr von Blähbauch), solltet ihr auf jeden Fall mit ganz kleinen Mengen anfangen, um die Tiere langsam daran zu gewöhnen. Dann können die Portionsgrößen langsam gesteigert werden.

Futterherkunft: Vermeidet bitte das pflücken an Feldränder (hoher Düngereinsatz), Hundeauslaufwiesen (Hundekot) und an Straßenrändern (Schadstoffe)!

Gras oder ?

Ein Muttertier schaut neugierig mit vier Jungtieren aus dem Stall heraus
Ein Schlaraffenland für Kaninchen

Am besten wäre es natürlich, unsere Kaninchen ganze 24 Stunden lang grasen zu lassen. Ob das allerdings mit den Ansprüchen eines Hausbesitzers an seinen englischen Rasen vereinbar ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Das Gras von dem Rasen entspricht einer Monokultur und weist nicht die Artenvielfalt einer wilden Wiese auf. Dennoch ist es frisch gemäht, eine nährstoffreiches Futter. Es weist ca. 12-15% Eiweiß auf. Der durchschnittliche Fasergehalt von üblichen Gräsern liegt bei ca. 20-40% und ist so neben dem Heu, eine wichtige Futterkomponente.

Eine klassische Wildwiese wäre natürlich das wahre „Schlaraffenland“ für unsere kleinen Hoppler. In einer echten Wildwiese wachsen viele verschiedene Kräuter. Selbst die von uns gehassten Unkräuter – wie zum Beispiel der Löwenzahn, der übrigens die absolute Top-Speise der Kaninchen ist – stellen für Kaninchen etwas Besonderes da. Aber in Zeiten intensiver Bodennutzung mit Ziergärten und Gemüseanbau oder fehlendem Platz – weil man zum Beispiel in der Stadt wohnt – muss man sich gezwungenermaßen anders behelfen.

PS: Zum Rasen sei noch gesagt: Lasst bitte niemals eure Lieben unbeaufsichtigt nasses Gras fressen. Da die Kaninchen das „satt sein“ wirklich nicht kennen, bekommen einige Tiere schon einmal massiven und lebensbedrohlichen Durchfall oder einen Blähbauch. Ein Tierarztbesuch wird in diesem Fall dringend empfohlen!!!

Heu? Ein Muss!

Was für uns Menschen die Butter und die Wurst ist, ist für Kaninchen das Heu. Heu besteht aus getrocknetem Gras und weist sehr oft verschiedene Qualitätsstufen auf. Das beste Heu stammt aus dem "ersten Schnitt". Dieses wird aber in Deutschland zu Silage* verarbeitet, was zur Viehfutterherstellung verwendet wird. Der Eiweiß- und Kalziumanteil ist bei diesem Heu am höchsten. Hochwertiges Heu zeichnet sich durch eine hohe Staubfreiheit aus. Es gibt eine sehr einfache Art die Qualität von gekauftem Heu zu prüfen, nämlich: einmal daran riechen! Riecht ihr Kräuter und eine insgesamt kräftige Duftnote heraus, können ihr sicher sein, dass ihr den richtigen Lieferanten gefunden habt.

Obst? Ja, bitte!!!

Obst ist das Haribo für Kaninchen. Nein, hier sind nicht die Goldbären gemeint, sondern alle ungespritzten heimischen Früchte. Grundsätzlich können unsere Kaninchen fast alles an Obst fressen, was bei uns Menschen auf den Tisch kommt. Zwei Dinge solltet ihr aber berücksichtigen. Zum Einen: bitte gebt immer nur geringe Menge an Obst, da man selten weiß, wie viel Säure es enthält. Zum anderen: gerade die heimischen und s ü ß e n Sorten sind die bekömmlichsten. Aber auch hier, aufgepasst: Die gereiften Früchte und Obstsorten sind wahre Kalorienbomben. Zu viel davon gefuttert, sprengt das unsere Lieben aus dem Maßanzug. Und das wollen wir doch nicht.

Das heimische Obst sollte vor dem Verzehr kurz gereinigt werden. Abwaschen reicht. Fast alle Obstschalen enthalten wichtige Ballaststoffe und Vitamine. Wie schon erwähnt, mögen die Kaninchen am liebsten die süßen und verschrumpelten Obstsorten. Tipp: Warum nicht einmal gezielt beim Bauern nachfragen.

Gemüse - Weight Watcher für Kaninchen

Abbildung eines Kaninchen mit einer Möhre in der Schnute
Ich geh' meilenweit für Möhren!

Damit der Verdauungsapparat von unseren Kleinen reibungslos funktioniert, sollte eine tägliche Portion Gemüse dazu gehören. Dazu gehören: Möhren, Feldsalat, Kohlblätter, Fenchel, Chinakohl, Kohlrabi, Brokkoli und Petersilie*. Aber bitte kein Kopfsalat, der enthält nämlich zu viel Nitrat.

* Die Petersilie hat eine Wehen fördernde Wirkung, deshalb bitte nicht an trächtige Häsinnen verfüttern!

Und für den Winter: Leckere Steckrüben. Sie sind sehr vitaminreich, kalorienarm und sehr gesund.

Was ihr nicht füttern solltet: Knoblauch, Zwiebeln, Schwarzwurzel, Rosenkohl, Gurke (da sehr nährstoffarm) und Auberginen.

Pellets- und Trockenfutter

Gerade als Züchter ist man auf gesunde Tiere angewiesen. Deshalb empfehle ich gerade für Jungtiere die Verwendung von einer hochwertigen Pellets-Trockenfutter-Mischung. Hierbei meine ich nicht die aus diversen Quellen, die schön bunt anzusehen sind und ordentlich nachgezuckert wurden, um den Tieren zu schmecken. Hier braucht man sich über Blähbäuche und Durchfall nicht zu wundern. Dieses (Designer-) Futter gehört jedenfall nicht in empfindliche Kaninchenmägen. Für meine eigenen Tiere verfüttere ich eine gute und hochwertige Mischung, die sich seit Jahren bewährt hat. Dazu gibt es täglich frisches Obst oder Gemüse.

Nun zur Frage: Welche Menge sollte eine Tagesportion betragen? Mein Tipp: Macht den Futternapf einfach bis oben hin voll. Im weiteren Tagesverlauf dann aber höchsten nur noch ein paar „Schlankmacher“ verfüttern. Schließlich sollen die Kaninchen ja auch ihr Rasse-Standardgewicht von ca. 1,2 bis 2,0 Kg beibehalten.

Drops, Minerallecksteine und Co?

Am besten: Finger weg! Die Minerallecksteine weisen fast alle einen hohen Kalziumgehalt auf. Da Kaninchen das von ihnen benötigte Kalzium schon durch ihre Nahrung erhalten, ist das Geld hierfür, zum Fenster heraus geworfen. Außerdem, kann zu viel Kalzium zu Blasensteine führen.

Übergewicht bei Kaninchen! Solltest Du in der Vergangenheit doch mal in die Versuchung gekommen sein, deinem Liebling zu viel „Leckerli“ gegeben zu haben, wirst Du es nicht leicht haben, das Kaninchen-Moppelchen zur Diät zu bewegen. Erfahrungsgemäß hungern sich die Tiere lieber zu Tode, als wieder den „gesunden Weg“ einzuschlagen.

Und ist es doch schon soweit, dass es nichts mehr frist, versucht bitte, dass Kaninchen ganz, ganz langsam wieder auf die „gesunde Schiene“ zu setzen. Legt dazu einfach jeden Tag immer ein wenig mehr Gesundes in den Futternapf, dass Ungesunde wird Stück-für-Stück reduziert. Und was für Menschen gut ist, ist auch für unsere Lieben gut. Und das ist Sport! Wie bitte? Sport? JA - wer sagt denn, dass unseren Kaninchen die „gebratenen Tauben“ in den Mund fliegen müssen? Ich würde in diesem Fall folgendes tun:

1.) Das Futter etwas höher hängen und zwar so, dass das Kaninchen sich für jeden Bissen recken muss. Das hilft gegen Langeweile und hält fit!
2.) Auch Heu in einem Gitterball sorgt für ein langsames Fressen der Tiere, da das Handling recht knifflig ist.

Tipp: Für diejenigen, die zum Beispiel aus beruflichen Gründen keine Zeit haben gesunde Nahrung selbst zu pflücken oder an verschiedenen Stellen zusammenzukaufen, empfehle ich hier doch einen Hersteller, der mich mit seiner Qualität sehr überzeugt hat. Die von ihm gelieferte Ware – die auch durchaus ihren Preis hat –, ist jeden Cent wert, da extrem hochwertig. Kleine Probierpackungen kann man ebenfalls online beziehen. Hier könnt ihr mehr über das Kaninchenfutter externes linksymbol erfahren, beziehungsweise kaufen:

Zur Grünhopper-Website » Externer Link zur Website von Kaninchenfutter Grünhopper

Fassen wir zusammen:

Wie ihr seht, gibt es auch in Sachen Ernährung für Kaninchen eine Menge zu beachten. Wenn Du deinem Kaninchen täglich etwas Zeit schenkst, wirst Du schnell herausbekommen, was es mag oder nicht mag. Mache den Napf nur 1 x pro Tag voll. Auch wenn sie es schnell auffressen, hat das nichts mit „Hunger“ zu tun.

Was auf der Speisekarte stehen sollte:

  • Heu
  • Obst
  • Gemüse
  • Alternativ: hochwertige Pellets
  • Frisches Trinkwasser

Worauf Du gut verzichten kannst:

  • Drops
  • Süße Leckerlies
  • Lecksteine

»Wenn Du das alles beachtest, wirst Du sehr viel Freude an deinen Kaninchen haben. Sie behalten ihr normales Gewicht und werden aller Voraussicht nach, ein hohes „Kaninchen-Alter“ erreichen«

PS: Wenn Dir dieses Seite gefallen hat, freue ich mich sehr über einen netten Eintrag in mein Interner Linkverweis Gästebuch. Vielen Dank! kleiner smily

Ich wünsche Dir viel Freude mit deinen Tieren

Martina Clemens

Externe Quellenangabe: Tierärztin Dr. med.vet. Anne Posthoff (KOSMOS-Verlag) / Manuela Beran
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